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Sammlung Ernst Bücken


Digitalisate der Musikhandschriften

Die Musikhandschriften der Sammlung Ernst Bücken haben wir digitalisiert und dem internationalen Rechercheportal Répertoire International des Sources Musicales (RISM) zur Verfügung gestellt. Bitte nutzen Sie den voreingestellten Link, um gezielt in den Digitalisaten der Sammlung Bücken recherchieren zu können. 


Über die Sammlung

1950 erwarb die Universitäts- und Stadtbibliothek eine bedeutende Sammlung von Musikalien und Musikbüchern - die Sammlung des Musikwissenschaftlers Ernst Bücken. Den Kern der Bibliothek bildet der Nachlass des Bonner Musikforschers Erich Prieger, den Bücken 1924 antiquarisch erwerben konnte. Die stetig erweiterte Sammlung diente Bücken als Arbeitsmaterial für die eigene Forschung, wurde aber auch fachlich versierten Kolleg*innen zugänglich gemacht.
Die etwa 1.600 Bände umfassende Bibliothek Bückens wurde in den allgemeinen Bestand der Universitäts- und Stadtbibliothek eingearbeitet und konnte nicht vollständig rekonstruiert werden. Sie enthält neben diversen musikwissenschaftlichen Werken aus dem 19. und frühen 20. Jahrhundert sowie zahlreichen modernen Musikstücken ein bedeutendes Konvolut von Notenhandschriften aus dem 17. bis 20. Jahrhundert, die überwiegend in zeitgenössischen Abschriften vorliegen. Besonders hervorzuheben sind 25 Werke von Johann Sebastian Bach und seinen Söhnen.

Biografische Notizen zu Ernst Bücken (1884-1949)

Ernst Bücken wurde am 2. Mai 1884 in eine alteingesessene rheinische Familie geboren. Er wuchs in Aachen auf, sein Vater war in der Nähe als Fabrikdirektor in der Textilindustrie tätig. Schon in seiner Jugend zeigte Bücken ein starkes Interesse an der Musik, spielte Geige und besuchte regelmäßig Konzerte und Opernaufführungen.
Bücken studierte Philosophie, Germanistik, Kunstwissenschaft und Musikwissenschaft, vornehmlich in München, und bildete sich parallel dazu praktisch in Klavier und Komposition aus. Seine Studienreisen führten ihn in die Schweiz, nach Paris und Neapel, wo er Kontakte zu bekannten Musikern pflegte. 1912 promovierte er in München mit einer Arbeit über den Komponisten und Musiktheoretiker Anton Reicha. 
1920 habilitierte sich Bücken an der Universität zu Köln. Auf seine Initiative wurde im Folgejahr das musikwissenschaftliche Institut gegründet, das er anschließend leitete. Sein herausragendes wissenschaftliches Werk jener Jahre war das ab 1927 erschienene Handbuch der Musikwissenschaft, die erste neuere Gesamtdarstellung des Faches überhaupt. Trotz seiner bedeutenden Leistungen erreichte Bücken niemals ein Ordinariat an der Universität und blieb seit 1925 außerordentlicher, nicht beamteter Professor. Die Gründe dafür lagen nicht zuletzt in lokalen Rivalitäten und einem angespannten Verhältnis zum Lehrkörper und der Hochschulleitung.
Bereits in den 1920er Jahren veröffentlichte Bücken verschiedene Beiträge in nationalistischen Periodika, wie der Rheinischen Tageszeitung, für deutsche Art und deutsche Arbeit in Stadt und Land. Nach einer kurzen Mitgliedschaft in der Zentrumspartei trat Bücken 1933 in die NSDAP und die Deutsche Akademie ein. In den folgenden Jahren veröffentlichte er verschiedene musikwissenschaftliche Publikationen mit völkischer Stoßrichtung. Nach dem Zweiten Weltkrieg fand er keine weitere Anstellung an der Universität zu Köln. Er verstarb am 28. Juli 1949 in Overath.

Ausgewählte Literatur

  • Kahl, Willi: Musikhandschriften aus dem Nachlass Ernst Bückens in der Universitäts- und Stadtbibliothek Köln. In: Ohly, Kurt ; Krieg, Werner (Hrsg.): Aus der Welt des Bibliothekars – Festschrift für Rudolf Juchhoff zum 65. Geburtstag. Köln/Greven 1961, S. 159-171
  • Schmidt, Peter: Ernst Bücken (1884-1949). In: Kölner Sammler und ihre Bücherkollektionen in der Universitäts- und Stadtbibliothek Köln. Köln 2003, S. 181-188