Meinungsfreiheit: Wo sind die Grenzen im digitalen Raum?
Soziale Medien sind heute zentrale Orte des Austauschs – aber auch Schauplätze von Beleidigungen, Falschbehauptungen und gezielter Hetze. Wo verläuft die Grenze zwischen geschützter Meinung und strafbarer Aussage? Welche Verantwortung tragen Nutzer*innen, Plattformbetreiber*innen und Justiz? Diese Fragen diskutieren unsere Expert*innen aus den Bereichen Recht, Politik und Journalismus.
Übersicht
- Talkrunde mit Diskussion zum Thema Meinungsfreiheit
- 3. Dezember 2025 / 19.30 Uhr
- Ort: Universität zu Köln: Hörsaal II. Im Anschluss Empfang im “Neuen Senatssaal”
- Panelteilnehmer*innen: MdL Dorothea Deppermann | Pauline Jäckels | Prof. Dr. Ralf Höcker | Prof. Dr. Dr. Frauke Rostalski
- Moderation: Joachim Frank
Teilnehmer*innen
MdL Dorothea Deppermann
Für die Fraktion der GRÜNEN im Landtag ist sie Sprecherin für Demokratie und Verfassungsschutz. „Der Verfassungsschutz ist das Frühwarnsystem unserer Demokratie. Gerade derzeit ist es enorm wichtig, dass unsere Demokratie wehrhaft bleibt. Mein Fokus liegt darauf, dass der Verfassungsschutz alle Aktivitäten gegen unsere Demokratie im Blick hat und jede Maßnahme stets mit dem damit verbundenen Grundrechtseingriff abgewogen wird.”
Prof. Dr. Ralf Höcker, LL.M. (King's College London)
Prof. Dr. Ralf Höcker, ist Rechtsanwalt und Gründer der Kölner Kanzlei Höcker Rechtsanwälte. Er gilt als Experte für Medienrecht und strategische Kommunikation. Höcker studierte in Köln und London und ist als Professor für Medienrecht an der Cologne Business School tätig. Mit seiner Kanzlei vertritt er prominente Persönlichkeiten und Unternehmen in Fragen des Reputationsschutzes und der Öffentlichkeitsarbeit.
Pauline Jäckels
Pauline Jäckels ist Politikwissenschaftlerin und Journalistin. Seit April 2025 arbeitet sie als Redakteurin im Meinungsressort der taz. Zuvor war sie zwei Jahre lang Redakteurin für parlamentarische Berichterstattung bei der Tageszeitung nd. Sie studierte Politikwissenschaften und Internationale Beziehungen am Bard College Berlin und der SOAS University of London. Zu ihren Kernthemen gehören Propagandatheorie und die deutsche Nahost-Politik.
Prof. Dr. Dr. Frauke Rostalski
Prof. Dr. Dr. Frauke Rostalski, ist Rechtswissenschaftlerin, Philosophin und Autorin. Seit 2018 lehrt sie an der Universität zu Köln als Professorin für Strafrecht, Strafprozessrecht, Rechtsphilosophie und Rechtsvergleichung. Ihre Forschung verbindet juristische und ethische Fragestellungen. Seit 2020 ist sie Mitglied des Deutschen Ethikrats.
Joachim Frank (Moderation)
Joachim Frank ist Chefkorrespondent und Mitglied der Chefredaktion beim Kölner Stadt-Anzeiger. Der gebürtige Schwabe kam über die NRZ und den WDR als Quereinsteiger in den Journalismus. Seit 1997 arbeitet er für den Kölner Stadt- Anzeiger und war zuvor unter anderem Hauptstadtkorrespondent und Chefredakteur der Frankfurter Rundschau.
Hintergrund
Meinungsfreiheit ist ein zentraler Pfeiler unserer Demokratie – verankert im Grundgesetz und geschützt vor staatlicher Einflussnahme. Doch im digitalen Raum stellen sich neue Fragen: Wann wird eine Äußerung in sozialen Medien zur Straftat? Was darf geteilt werden, was nicht? Wann beginnt gezielte Täuschung oder Manipulation, wann werden Grundrechte verletzt? Das Recht auf freie Meinungsäußerung schützt Kritik und Werturteile, nicht jedoch unwahre Tatsachenbehauptungen wie Verleumdung oder üble Nachrede. Noch gravierender sind Hetze und Aufrufe zu Gewalt. Auch sogenannte „Deepfakes“ – künstlich erzeugte Medien zur Irreführung – sollen künftig strafrechtlich erfasst werden. Wer also bewusst falsche Informationen verbreitet, überschreitet die Grenzen der Meinungsfreiheit. Es entsteht gesellschaftliche Spannung: Einerseits soll möglichst breite Meinungsfreiheit gelten. Andererseits ist der Schutz demokratischer Prozesse, der Schutz von Minderheiten und der Schutz vor Desinformation zentral. Diese Kontroversen möchten wir mit unseren Expert*innen und dem Publikum diskutieren.
Mitwirkende
Verein zur Förderung der Kriminalwissenschaften an der Universität zu Köln
Der Verein dient als Brücke zwischen Wissenschaft und Praxis im Strafrecht. Er unterstützt den Austausch zwischen Studierenden, Lehrenden und Praktikern, fördert Veranstaltungen zu aktuellen strafrechtlichen Themen und stärkt den Dialog über theoretische und praktische Fragestellungen. Zudem engagiert sich der Verein in der Förderung der Bibliotheken und der wissenschaftlichen Arbeit an den strafrechtlichen Instituten der Universität zu Köln.
Stadtbibliothek Köln
Die Stadtbibliothek Köln präsentiert ein umfassendes Medienangebot für alle Altersgruppen. Im Fokus des Abendprogramms stehen kulturpädagogische Veranstaltungen, die zentrale gesellschaftliche Themen wie Demokratiebildung, Nachhaltigkeit, Diversität sowie aktuelle Diskurse reflektieren. Durch interdisziplinäre Formate wie Lesungen und Podiumsdiskussionen fördert die Bibliothek kritisches Denken und gesellschaftliche Partizipation und positioniert sich als relevanter Lern- und Begegnungsort.
Zeit & Ort
3. Dezember 2025
Einlass: 19:00 Uhr /Beginn: 19.30 Uhr
Talkrunde im Hörsaal II
Hauptgebäude
Albertus-Magnus-Platz
50923 Köln
Empfang Neuer Senatssaal
Hauptgebäude
Albertus-Magnus-Platz
50923 Köln
Kontakt
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Dr. Philipp Budde Marketing / Presse- und Öffentlichkeitsarbeit
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budde
ub.uni-koeln.de
- Telefon
- +49 221 470-7279
