Bibliotheksreisen
Seit mehr als einem Jahrzehnt organisiert die Kölnische Bibliotheksgesellschaft zusammen mit der Universitäts- und Stadtbibliothek Köln Reisen für Bibliophile.
Dabei standen schon Rom, London, Paris und viele andere europäischen Metropolen auf dem Reiseplan. Bei der Besichtigung der Bibliotheken gibt es nicht nur Führungen zur Geschichte und Architektur der Häuser, sondern stets auch exklusive Buchpräsentationen des historischen Altbestands vor Ort - der Höhepunkt jeder Reise!
Die Kölnische Bibliotheksgesellschaft schnürt ein komplettes Angebot für die Fahrten inklusive Anreise, Hotel, Führungen und Eintritten. Auf dem Programm stehen auch gemeinsame Abendessen der Gruppe, um den Teilnehmenden das Kennenlernen zu erleichtern und die Atmosphäre des Reiseziels zu genießen.
Zwischen Stadtgeschichte und Theaterkultur
2026: Exkursion durch Köln mit der Universitäts- und Stadtbibliothek Köln
Die USB lädt zu einem besonderen Tag in Köln mit exklusiven Führungen und lokalen Genüssen ein. Am 3. September 2026 führen der Bibliotheksdirektor, Dr. Hubertus Neuhausen, und die Dezernentin für Historische Bestände und Sammlungen, Dr. Christiane Hoffrath, Sie durch die Stadt. Das Programm ist wie folgt geplant:
- Start um 10 Uhr am Historischen Archiv mit Rheinischem Bildarchiv. Die stellvertretende Leiterin, Dr. Julia Krämer-Riedel, bietet eine exklusive Führung durch die Räumlichkeiten, bei der sie den Fokus auf die besonderen bibliothekarischen Schätze des Archivs legt. Das Historische Archiv mit Rheinischem Bildarchiv ist das größte kommunale Archiv nördlich der Alpen. Seit dem Einsturz im Jahr 2009 konnten mehr als 90 % des Archivbestandes geborgen und versorgt werden. Das Archiv betreibt die größte Papierrestaurierungswerkstatt Europas. Somit können die Bestände heute wieder für die Benutzung bereitgestellt werden. Darüber hinaus verfügt das Archiv über den wertvollen Bestand an Handschriften der Historischen Stadtbibliothek Kölns.
- Gemeinsames Mittagessen im Brauhaus Gaffel am Dom, bei dem Sie Gelegenheit haben, die anderen Teilnehmenden in der Atmosphäre eines traditionellen Lokals kennenzulernen.
- Am Nachmittag bietet Prof. Dr. Peter W. Marx, der Direktor der Theaterwissenschaftlichen Sammlung der Universität zu Köln, eine exklusive Führung durch Schloss Wahn. Die Theaterwissenschaftliche Sammlung beherbergt wertvolle Objekte zu allen Facetten des Theaters. Zum Bestand gehören die nahezu einzigartige, wertvolle Sammlung von Werner Nekes und die im Jahr 2022 erworbene „Zaubersammlung” von Volker Huber. Darüber hinaus gibt es eine reichhaltige Bibliothek.
- Ausklang im Kulturgut Eltzhof, einer historischen Gutsanlage aus dem 18. Jahrhundert. Dort haben Sie Gelegenheit, die Ereignisse des Tages bei einem Getränk oder Abendessen nachwirken zu lassen.
Es werden keine Kosten für Eintritte erhoben. Die Fahrten zwischen den verschiedenen Stationen werden gemeinsam mit öffentlichen Verkehrsmitteln durchgeführt (selbstverständlich können Sie aber auch auf eigene Faust reisen). Bitte beachten Sie, dass Sie die Fahrkarten für den Transport selbst kaufen müssen. Wir empfehlen beispielsweise ein 24-Stunden-Ticket für Köln. Die Besuche in den Gaststätten sind optional und erfolgen auf eigene Rechnung.
Melden Sie sich gerne hier für die Exkursion an: schrempp(at)ub.uni-koeln(dot)de
Reisebericht Paris: "Historischer Leseluxus"
Lesen Sie hier wie Pariser Bibliotheken ihre Leser*innen verwöhnen
Ehrfürchtig stehen wir im Lesesaal der Bibliothèque Mazarine, der einen ins 17. Jahrhundert zurückversetzt: Die Regale werden gerahmt von Holzvertäfelungen, tickende Standuhren, Kronleuchter und Büsten sorgen für eine geschichtsträchtige Atmosphäre. 1691 wurde Mazarine als erste öffentliche Bibliothek Frankreichs eröffnet und ist damit die ideale erste Station auf der diesjährigen Reise der Kölnischen Bibliotheksgesellschaft nach Paris.
Der Freundesverein der Universitäts- und Stadtbibliothek Köln hat seine beliebte Bibliotheksreise dieses Jahr mit neuem Konzept umgesetzt. Um es kulturell interessierten Studierenden zu ermöglichen an der Reise teilzunehmen, konnten sie ein Stipendium der Gesellschaft erhalten. So waren in Paris zehn Studierende des kunsthistorischen Instituts der Universität zu Köln dabei, die für einen Austausch zwischen Jung und Alt gesorgt haben. Die lebhaften Diskussionen im Anschluss an ihre Referate über Themen wie Restitution, Denkmalschutz oder Kulturwandel haben das ein oder andere Mal den Zeitplan der Reiseleitung ins Wanken gebracht – ein eindeutiges Zeichen für den Erfolg des Konzepts!
Anders als in den vergangenen Jahren wurden auf der Reise neben Bibliotheken auch ganz bewusst Museen ins Programm aufgenommen. Der französische Philosoph Michel Foucault versteht Museen und Bibliotheken als „Heterochronien“, also andere Orte, in denen sich Zeit in Bildern, Objekten und Büchern ansammelt. Bibliotheken und Museen sind demnach nicht nur Sammlungen von Büchern oder Kunstwerken, sondern auch Wissensspeicher, kulturelles Gedächtnis, Informationsvermittler, Orte der Begegnung und Stätten der geistigen Erweckung. Bei den Besuchen im Musée d’Orsay, der Cité de l’Architecture et du Patrimoine und dem Musée Quai Branly wurden diese Aspekte von der Reisegruppe intensiv diskutiert und das Museum als Institution kritisch hinterfragt.
Highlights der Reise waren die Buchpräsentationen des historischen Altbestands, die von den Pariser Bibliothekar*innen speziell für unsere Reisegruppe vorbereitet wurden. Neben Inkunabeln und Kunstdrucken durften wir in der Bibliothèque Sainte-Geneviève auch die originalen Bauzeichnungen des Bibliotheksarchitekten Henri Labrouste bestaunen, der mit Saint-Geneviève den ersten eigenständigen Bibliotheksbau Frankreichs entwarf. Auf der Fassade begrüßen einen die Namen berühmter Persönlichkeiten und im Inneren des in Eisenarchitektur entworfenen Gebäudes ist für die Leser*innen des 19. Jahrhunderts an jeden denkbaren Komfort gedacht: Ein großer Lesesaal mit natürlichem Lichteinfall, abends elektrische Beleuchtung und eine in die Tische integrierte Fußbodenheizung, die für warme Füße beim Lesen sorgt.
Doch auch heutige Leser*innen werden von den Pariser Bibliotheken verwöhnt. Die Bibliothèque National de France in der Rue Richelieu beeindruckt uns mit lichtdurchfluteten Lesesälen, die nicht nur beste Bedingungen für konzentriertes Arbeiten, sondern auch ansprechende Entspannungsbereiche mit Sofas, Sesseln und Unterhaltungsliteratur bieten. Vor der Bibliothek ist ein Landschaftsgarten angelegt, der mit dem Gebäude korrespondiert, indem er ausschließlich aus Pflanzen besteht, die eine Beziehung zur Papierherstellung haben. Bei schönstem Sonnenschein und Blick auf Papyrus und Palmen verabschieden wir uns von der historischen Bibliothek, deren Modernität uns nachhaltig beeindruckt hat. Gerne nehmen wir ein Stück dieser Vision mit auf die Heimreise nach Köln.
Reisebericht München: "Nicht nur Bücher, auch Horrorschreie"
Vergangene Reisen
- Paris 2025 (pdf, 2,49 MB)
- München 2023 (pdf, 190 kb)
- Wien 2019 (pdf, 614 kb)
- Niederlande 2018 (pdf, 131 kb)
- Rom 2017 (pdf, 128 kb)
- Berlin 2016 (pdf, 319 kb)
- Paris 2015 (pdf, 191 kb)
- Niedersachsen 2014 (pdf, 204 kb)
- Belgien 2013 (pdf, 183 kb)
- London - Oxford - Cambridge 2012 (pdf, 42 kb)
- Wetzlar 2010 (pdf, 571 kb)
- Karlsruhe - St. Gallen - Reichenau 2009 (pdf, 376 kb)
- Thüringen - Sachsen 2007 (pdf, 86 kb)
Ansprechpartnerin
Maria Schrempp
Marketing / Presse- und Öffentlichkeitsarbeit