skip to content

Collections tells stories

News, interesting facts and stories from over 80 collection portals. We regularly report on them here.

August 2025 – Historische Rezepte für den Einmachsommer

„Der perfekte Konfitürenkoch“ – Ein Rezeptbuch mit strengen Regeln

„Täglich vor dem Schlafengehen ist eine Bestandsaufnahme durchzuführen, um zu überprüfen, ob kein Stück Geschirr fehlt. Die Suche darf nicht auf den nächsten Tag verschoben werden, sondern muss, wenn möglich, noch am selben Tag erfolgen.“

Mit dieser Anweisung beginnt der um 1770 in Amsterdam erschienene Band „Traité De Confiture“. Bevor in dem über 250-seitigen Werk überhaupt ein Rezept erwähnt wird, werden die Pflichten des Offiziers der Fruiterie aufgelistet – einer Art Chef für Obst, Süßspeisen und Liköre in einem herrschaftlichen Haushalt. Seine Verantwortung reicht von makelloser Wäsche über korrekt verwaltetes Silbergeschirr bis zur täglichen Inventur. Zudem musste der Chef d'Office eine Kaution für Geschirr, Wäsche und Küchenutensilien leisten!

Der Ton ist unmissverständlich – doch das Buch selbst offenbart eine erstaunliche kulinarische Vielfalt: Konfitüren, Kompotte, Pasten, Sirupe, Gelees, Dragées, Makronen, Marzipan, aromatische Getränke und Liköre aller Art. Ein 16-seitiges “Alphabetisches Verzeichnis der Titel und Inhalte …” erleichtert den Überblick – ein praktisches Hilfsmittel für den Einsatz in der Küche. Damit ermöglicht das barocke Kochbuch einen Einblick in die Küchenpraxis des 18. Jahrhunderts.

Rezept für Orangengelee aus “Traité De Confiture”: 
“Nehmen Sie Orangen, schälen Sie sie und schneiden Sie sie in Scheiben, um die Kerne zu entfernen. Kochen Sie sie dann zwei Stunden lang im Wasserbad. Wenn Sie sie herausnehmen, um den Gelee herzustellen, nehmen Sie den klarsten Teil und geben Sie so viel Zucker hinzu, wie Sie Flüssigkeit haben. Kochen Sie alles ein und geben Sie dann Ihren Likör hinzu. Nach Belieben kochen lassen …”

Der vollständige Titel lautet:
Traité De Confiture, Ou le Nouveau et Parfait Confiturier : Qui enseigne la maniere de bien faire toutes sortes de Confitures tant seches que liquides, au sucre, à demy sucre, et sans sucre, au miel, au moust, à l'eau, sel et vinaigre. Des Compostes, des Pastes, des Sirops, et Gelées de toutes sorses de fruits. Des Dragées. Biscuits, Macaron et Massepain. Des Breuvages délicieux, des Euax de liqueurs de toute sacon, et plusieurs autres délicatesses de bouche. Avec l' Instruction et Devoirs des Chefs d'Office de Fruiterie & de Sommelerie. - Amsterdam: Chez Pierre Mortier, [circa 1770]. - [1] Blatt, [8], 252, [16] Seiten, [1] Blatt Bildtafel 1 Illustration, Signatur: WQ1

Der kleine Band (16cm x 10cm)  befindet sich in unserem Magazin unter der Signatur WQ1. Er trägt eine mit rotem Stift angebrachte Signatur „HII“, die auf die Bibliothek Ferdinand Franz Wallraf verweist und vermutlich um 1828 – möglicherweise unter Mitwirkung von Johann Jakob Peter Fuchs , dem Kölner Stadtarchivar – angebracht wurde. 

Der Hinweis zur Herkunft des Buches stammt aus dem Kölner Provenienzportal.  

Thematisch gehört “Traité De Confiture” ebenfalls in die Sammlung Kochbücher. 

April 2025 – Provenienzforschung in der USB Köln

Pünktlich zum Tag der Provenienzforschung 2025 geben unsere Kolleg*innen Svenja Berkensträter und Arne Schiffler mit ihren Beiträgen in “RETOUR - Freier Blog für Provenienzforschende”  Einblicke in aktuelle USB-Projekte zur Erforschung der Herkunft historischer Buchbestände und machen deutlich, dass Provenienzforschung zur Wiederentdeckung kulturellen Erbes beiträgt.

von Svenja Berkensträter

Wiederbelebung historischer Sammlungen in der USB Köln

expand:
Bücher aus der Gymnasialbibliothek mit Provenienzstreifen. Foto: Berkensträter/USB

Die Provenienzforschung an der USB Köln begann mit der Suche nach NS-Raubgut – und förderte seither bewegende Geschichten und bedeutende Sammlungen zutage, wie etwa die der Schwestern Elise und Helene Richter. Heute steht die Rekonstruktion historischer Klosterbibliotheken im Fokus. Projekte wie zur Kölner Jesuitenbibliothek oder zu mittelalterlichen Inkunabeln zeigen, wie Bücher vergangener Jahrhunderte digital wiederbelebt und mit ihrer Herkunftsgeschichte verknüpft werden – ein wichtiger Einblick in alte Wissenswelten.

Zum Beitrag von Svenja Berkensträter>>

 

von Arne Schiffler

Provenienzforschung in der Historischen Stadtbibliothek Köln

expand:
Die Stadtbibliothek in der Kölner Portalsgasse, 1902. Foto: Rheinisches Bildarchiv, RBA 167611

Die Historische Stadtbibliothek Köln, seit 1920 Teil der USB, entstand aus zahlreichen Bücherspenden des wohlhabenden Kölner Bürgertums im späten 19. Jahrhundert. Ihre Bestände spiegeln vor allem literarische, historische und theologische Interessen wider. Seit 2019 werden rund 400.000 Bände systematisch auf Provenienzmerkmale untersucht. Ziel ist die Rekonstruktion ursprünglicher Sammlungen und Nachlässe – ein aufwendiges Projekt mit großem Potenzial für die Forschung zur Wissens- und Kulturgeschichte Kölns.

Zum Beitrag von Arne Schiffler >>

Provenienzen erforschen, verzeichnen, restituieren

1 / 3
  • Provenienzen erforschen
  • Provenienzen verzeichnen
  • Provenienzen restituieren

In der Provenienzforschung versuchen wir die Herkunft und die wechselnden Besitzverhältnisse unseres Altbestandes aufzuklären, überregional zu verzeichnen und im Fall von NS-Raubgut zu restituieren. 
Informationen zur Provenienzforschung in der Universitäts- und Stadtbibliothek Köln >>

Februar 2025 - Neues Sammlungsportal: SAMMLUNG KOCHBÜCHER

expand:
Titelblatt von Marx Rumpolt: Ein new Kochbuch, Frankfurt 1581. Signatur: SB944. Erstes Lehrbuch für die Berufsausbildung von Köchen.
 
Kulturgut Kochbuch

Im Jahr 2013 haben wir rund 150 antiquarische Kochbücher der Kölner Buchhandlung BuchGourmet erworben.  Darüber hinaus besitzen wir bereits seit Jahrzehnten Kochbücher mit regionalem Hintergrund, darunter Werke mit Bezug zum Rheinland oder aus anderen Sammlungen, wie z.B. der Sammlung Islandica oder dem Sammelschwerpunkt Belgien/Luxemburg. Ein besonderes Highlight ist das älteste erhaltene Kochlehrbuch, Marx Rumpolts „New Kochbuch“ von 1581, das zur Syndikatsbibliothek, der Kölner Ratsbibliothek von 1602, gehört.

Die historische Kochbuchsammlung wird als virtuelle Sammlung zusammengeführt und kontinuierlich durch gezielte Erwerbungen sowie Schenkungen ergänzt. Aktuell sind 300 Titel im Portal recherchierbar. Da Kochbücher wertvolle Einblicke in die Wirtschafts- und Sozialgeschichte bieten, ist ihr Erhalt von besonderer Bedeutung.

Sammlung Kochbücher >>

Sammlungen der Rheinischen Abteilung >>

Sammlung Islandica >>

Sammelschwerpunkt Belgien/Luxemburg >>

Syndikatsbibliothek >>

Januar 2025 - Historische Zeitungen online im Zeitungsportal NRW

expand:
Titelblatt der Kölnischen Zeitung vom 1. Januar 1803.

 

17 Millionen Seiten sind nun online durchsuchbar! 

Das Zeitungsportal NRW zeit.punkt NRW stellt historische Lokalzeitungen aus den Jahren 1801-1945 online zur Verfügung. Insgesamt enthält das Portal fast 20 Millionen Seiten, davon sind bereits über 17 Millionen mittels optischer Texterkennung durchsuchbar. Ab 2022 werden schließlich alle Zeitungstitel nach und nach auch im Nationalen Zeitungsportal der Deutschen Digitalen Bibliothek nachgewiesen.

Zeitungen der USB Köln im Zeitungsportal NRW

Aus unserem Bestand wurden 686 Mikrofilme im Landesarchivzentrum Brauweiler digitalisiert. Zusätzlich haben wir in unserem Digitalisierungszentrum 46 Zeitungstitel digitalisiert und über Verlinkungen in zeit.punkt NRW zugänglich gemacht. 

Kölnische Zeitung von 1803 -1945

Besonders wichtig und gerne genutzt wird die Kölnische Zeitung: Insgesamt haben neun Institutionen dazu ihre Bestände zusammengetragen. In der USB Köln entstanden etwa 235.000 Scans von insgesamt ca. 420.000 Seiten. 

Am Beispiel der Kölnischen Zeitung zeigt sich die Informationstiefe, mit der historische Zeitungen im Portal präsentiert werden: Die ausführliche Beschreibung enthält Charakterisierung, Geschichte, Entwicklung und politische Ausrichtung der Zeitung sowie Angaben zu Erscheinungsweise, Auflage, Beilagen und eine Literaturliste mit ausgewählten Publikationen über die Zeitung.

Beschreibung der Kölnischen Zeitung in zeitpunkt.nrw >>

Die Projektarbeit zum Zeitungsportal NRW wird von den Universitäts- und Landesbibliotheken Bonn, Münster und Düsseldorf, dem Hochschulbibliothekszentrum des Landes Nordrhein-Westfalen und dem LVR-Archivberatungs- und Fortbildungszentrum durchgeführt. Insgesamt kooperieren 116 Archive und Bibliotheken in dem vom Land Nordrhein-Westfalen geförderten Projekt.

Ab Januar 2025 - monatliche #OneBookShows

 

Ab 2025 zeigen wir im Foyer jeden Monat ein Buchobjekt aus unseren Sammlungen. Mal sind es Unikate, mal Beispiele aus der Massenproduktion, die wir mit Hintergrundinformationen zur Entstehungsgeschichte zeigen, inklusive der Sammlungsportale, aus denen die Bücher stammen. 

Herzlich willkommen zur #OneBookShow!